Freudestrahlend und mit einem optimistischen „Guten Morgen, mein Schatz.“ begrüße ich meinen 4-jährigen Sohn, der gerade die Küche betritt. Es ist Viertel nach Neun. Verschlafen, die Hand eben noch an der Türklinke erwidert er sachlich „Ich dachte es gibt Frühstück im Bett.“ Ohh, natürlich. Frühstück im Bett.

Er schlurft zum Küchentisch und knabbert an seinem Apfel. Ich vertiefe mich in meinen Morgenkaffee. Frühstück im Bett, wie kommt er jetzt darauf. Wäre schon schön, überlege ich. Aber daraus wird wohl nichts. Nicht nur, dass dann alle Familienmitglieder getrennt essen würden, auch ich hätte recht wenig davon. Da ich diejenige bin, die seit 13 Jahren in 90% der Fälle, das Frühstück herrichtet. Ich habe das mal schnell durchgerechnet, das wären 11,83 Jahre. Es wäre auch ein ganz schöner Aufwand das Frühstück im Bett zu servieren. Drei mal mit vollen Müslischüsseln die Treppen zu den Kindern hoch. Dann verkleckern die ihre Milch im Bett, schlimmsten Falls mit Müsli. Warum sollte das anders sein, als am Küchentisch? Oder essen wir dann alle gemeinsam im Ehebett. Zum Beispiel am Wochenende. Wie soll da bloß die ganze Familie plus Frühstück rein passen? Wie um ein Lagerfeuer sitzen wir dann alle um die in der Mitte aufgebaute Frühstücksinsel, krümmeln Brötchenreste aufs Laken, schmieren Butter an die Kopfkissen und saugen den Kaffee aus der Bettdecke, weil irgendjemand diese aus Versehen über die Kaffeetassen geworfen hat. Die Marmelade leck' ich dann vom Fuß des Kindes. Dieses ist gerade mit Anlauf aufs Bett und damit aufs Frühstück gesprungen. Nein, nur weg mit solchen Horrorszenarien. Mein Bett bleibt vornehmlich dem Schlaf geweiht. Warum bloß immer alle im Bett frühstücken wollen, verstehe ich nicht. Wir frühstücken weiterhin am Küchentisch. Bei schönem Wetter auch mal auf der Terrasse, da kann wenigstens gleich die Marmelade im Planschbecken von den Füßen gewaschen werden. Im Bett darf nur das Baby frühstücken. Muttermilch krümelt nicht. Und das Baby ist so zielsicher beim Brustwarzenschnappen, dass da kein Tropfen daneben geht. Okay, Milchkotze landet fast täglich auf dem Bettlaken, trotz Auffangtuch, aber daran habe ich mich nach 4 Kindern längst gewöhnt.